Haus der Kulturen der Welt (HKW)

Das denkmalgeschützte Haus der Kulturen der Welt, auch bekannt als „Schwangere Auster“, wurde im Rahmen umfassender Teilinstandsetzungen im Bestand saniert. Dabei führte die K. Rogge Spezialbau GmbH anspruchsvolle Trockenbau-, Akustik- und Brandschutzarbeiten aus. Besondere Highlights des Projekts waren die komplexe Errichtung zweifach gekrümmter Rabitzdecken im Auditorium sowie die Ausführung der Arbeiten im laufenden Betrieb.

Projektbeschreibung

Frei schwingendes Dach und tiefe Geschichten: Das Haus, das Berlin zum Klingen bringt

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin-Tiergarten ist nicht nur ein bedeutendes Zentrum für internationale zeitgenössische Künste, sondern auch ein echtes Architektur-Highlight. Einst 1957 als Kongresshalle und amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung (Interbau) errichtet, trägt das ikonische Gebäude von Architekt Hugh Stubbins im Berliner Volksmund liebevoll den Spitznamen „Schwangere Auster“. Das markante, bogenförmige Dach steht symbolisch für Freiheit und Demokratie, macht das denkmalgeschützte Gebäude aber auch zu einer baulichen Besonderheit mit einer bewegten Geschichte – inklusive Wiederaufbau nach einem spektakulären Teileinsturz des Außendachs in den 1980er Jahren.

Den geschichtsträchtigen Ort fit für die Zukunft machen

Im Auftrag der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) fanden zwischen 2016 und 2022 mehrere umfassende Teilinstandsetzungen statt. Hierbei war höchstes handwerkliches Geschick gefragt, um die historische Architektur des Bestands zu wahren und gleichzeitig die komplexen Anforderungen an einen modernen Veranstaltungsbetrieb mit höchsten akustischen Standards zu erfüllen.

In mehreren Bauabschnitten übernahm die K. Rogge Spezialbau GmbH die Trockenbau– und Akustikarbeiten in zentralen Bereichen wie dem Restaurant, den Künstlergarderoben und verschiedenen Regie- und Konferenzräumen. Die Bauleitung koordinierte dabei den Einbau hochspezialisierter Akustikoberflächen, wie dem BASWA Phon Classic System, sowie umfangreiche Brandschutzmaßnahmen mit F90-Schachtwänden.

Eine besondere Spezialleistung stellte die handwerkliche Meisterarbeit an den hängenden Drahtputzdecken (Rabitzkonstruktionen) dar. Im Auditorium mussten über 1.400 m² dieser aufwendigen Deckenkonstruktionen an die zweifach gekrümmten (konkav/konvex) Formen des Gebäudes angepasst werden. Dies erforderte absolute Präzision, um die perfekte Raumakustik für künftige kulturelle Darbietungen zu garantieren. Sämtliche Arbeiten wurden in Absprache und nach Maßgabe der Denkmalschutzbehörde erbracht.

Fakten

  • Projekt: 2. und 3. Teilinstandsetzung des Hauses der Kulturen der Welt (HKW), Berlin
  • Auftraggeber: Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB)
  • Bruttogrundfläche (Gesamtgebäude): ca. 14.230 m²
  • Leistungsumfang: Konkav/Konvex gekrümmte Rabitzdecken, BASWA-Akustikoberflächen, Trockenbauarbeiten und Brandschutzmaßnahmen
  • Besonderheit: Konstruktion zweifach gekrümmter Drahtputzdecken im Auditorium (ca. 1.400 m²), abgehangene Rabitzdecke (ca. 750 m²) mit Akustikputzsystem (BASWA Phon)
  • Herausforderung: Strenge Denkmalschutzauflagen und anspruchsvolle Logistik für Bauen im laufenden Betrieb
  • Auftragsvolumen ca. 1.5 Mio. € (Brutto)
  • Projektlaufzeit der Maßnahmen: 2021–2022
  • Bauleitung: Ralf Templin (TB-Akustik), Jirka Müller (Stuck-Rabitzarbeiten)

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